Herr Lauth trägt vor:
"Ueber die Thiersabel in Aegypten"

[Extracted from Sitzungsberichte der König. Bayer. Akademie der Wissen. zu München, vol. 2 (1868), pp. 42-79.]



Nachdem ich in meinem vorigen Aufsatze "über die symbolische Schrift der alten Aegypter"1 am Schlüsse die Ansicht geäussert habe, dass es der Schatz ägyptischer Fabeln sei, den der nubische Sklave Aesop nach Griechenland verpflanzt habe, was noch durch die Lokalfärbung einzelner Erzählungen z. B. von dem Mörder, der im Nile durch ein Krokodil umkommt, nahe gelegt werde, kommt es nunmehr darauf an, die Thesis auf Grund altägyptischer Denkmäler und Urkunden des Näheren und Ausführlicheren zu beweisen.

Den Ausgangspunkt für meine Behauptung bildet der Königspalast in Medinet-Abu.2 Es scheint mir eine günstige Fügung zu sein, dass der einzige, wenn auch nur in Ruinen erhaltene Privatbau der Pharaonen gerade jenes Schatzhaus ist, welches Herodots liebliche Anekdoten über den König Rhampsinit uns so vertrant gemacht haben. Dass dem Altvater der Geschichte nicht blosse Märchen von den Hermeneuten aufgebunden wurden, sondern dass on wirklich historischer Kern hinter der romanhaften Einkleidung steckt, beweisen die zahlreichen Darstellungen an den Wänden des Königspalastes.3 Man sieht da, neben den pompösen Legenden, welche den Pharao als Besieger der ganzen Welt verherrlichen, verschiedene Tafeln und Säcke (atf) mit Gold, Silber, Lapis lazuli, mafka (Kupfer?); der Gummi [p.43] von Punt (Arabien4) wird eben so gewissenhaft verzeichnet als die Edelsteine aller Art, welche die eroberten Länder als Tribute einliefern; die Fabrikate von Rateilnu (Assyrien) d. h. die kunstvoll gearbeiteten Gefässe bleiben nicht unerwähnt. Sehr häufig ist bei den edeln Metallen der Zusatz gemacht: "Tausend Gewichte" um in runder Summe den grossen Reichthum zu bezeichnen, welche der spreiche Fürst seinem Vater Amon zufuhrt. Denn die Füllung des Schatzhauses (par-hat) dieses Gottes ist der stets wiederkehrende Befrain der Inschriften.

Wenn also Herodot die schlauen Diebe das Schatzhaus des reichen Rhampsinit auf geheimnissvolle Weise plündern lässt, so sieht man jetzt, dass es ihnen nicht an einem entsprechenden Objecto gefehlt hat. Sie begingen aber hiebei nicht bloss einen Diebstahl am Pharao, sondern zugleich einen Tempelraub, zwei Verbrechen, die unfehlbar die Todesstrafe für die Thäter nach sich zogen, falls sie entdeckt wurden. Wie acht ägyptisch Herodot's Erzählung dieses Diebstahls im Wesentlichen ist, erhellt aus zwei glücklicherweise uns noch erhaltenen Papyrus-Urkunden. Die eine, "Papyrus Lee-Rollin" genannt, befand sidi eine Zeit lang in den Händen zweier Besitzer verschiedener Nationalität, indem die gewinnsüchtigen Araber ihre Funde gewöhnlich zerreissen, in der üeberzeugung, auf diese Weise doppelte Preise zu erzielen. Die Wissenschaft hat in solchen Fällen die nicht immer sehr leichte Aufgabe, die Trümmer wieder zu einem Ganzen zu verbinden, wie Isis die durdi Typhon zerstreuten Glieder des Osiris wieder mühsam zusammensuchte.

H. Chabas hat in seinem Werke ,"le papyrus magique Harris" diese Stücke ala zusammengehörig erkannt und [p.44] wegen ihres mit seinem Gegenstande verwandten Inhaltes ausführlicher behandelt. Das Wichtigste, was hieher einschlägt, betrifft die Bestehlang des Adytums von König Rhampsinit, welches Bücher über Zanberei enthielt Mit Hülfe (wörtlich "durch die Hand" eines Steinmetzen mit dem offenbar semitischen Namen Adhirom verschaffte sich ein gewisser Penhuiban, Aufseher der Heerden, diese magischen Schriften, um seine Stellung zu verbessern. Allein er wurde, als er in seiner Werkstatte die Zaubeiffguren herstellte, ertappt und auf Grund des heiligen Gesetzbuches der göttlichen Worte zur Strafe des Selbstmordes verurtheilt.

Dieser Penhuiban war auch in die Haremsverschwörung verwickelt, welche uns die zweite Urkunde, nämlich ein Turiner Papyrus, berichtet Herr Deveria hat dieses widitige Aktenstück unter dem Titel "Papyrus judicaire"5 veröffentlicht und mit zwingenden Gründen nachgewiesen, dass es von einer Verschwörung in einem eigentlichen Harem handelt, die gegen die Person des Pharao selber gerichtet war. Demgemäss, obschon die schlimme Absicht nur bei Verabredungen geblieben und noch nicht zur Debelthat gediehen war, werden die männlichen und weiblichen Theilnehmer (unter letzteren auch eine Valide) mit mehr oder minder harten Strafen belegt (Tod, Verstünmaelnng an Ohren und Nasen, Verweisung) und auch die Richter, die nadi Bhampsinit's Ansicht zu milde verfahren waren, kommen sehr schlimm weg. Ja sogar ein Königssohn, dessen Name aus Rücksicht auf die erlauchte Familie nur durch Umschreibung angedeutet wird, gehörte zu den Verschwörern und erlitt die Todesstrafe.

Die Damen dieses Harems sind zum Theile nodi aof den Palastwanden von Medinet-Abu wohl erhalten. Rham- [p.45] psinit sitzt mit ihnen beim Dambrettspiel6 (sena); einigt sind stehend abgebildet and zeigen sich im Zustande Tölliger Nacktheit Wenn nun auch das Klima und die Kunst Aegyptens keinen sonderlichen Abscheu vor unbekleideten Köipertheilen aufhöthiget oder beurkundet, so gehären doch weibliche Gestalten, völlig nackt dargestellt, zu den höchst seltenen Ausnahmen. Freilich hatte man vor einiger Zeit noch manche Figur für nackt gehalten, die bei näherer Betrachtung das lange eng anschliessende Linnengewand zeigt, das absolute Gegenstück der heutigen Crinoline; die Linien bei den Knöcheln sind fast die einzige Andeutung vom Saume des Gewandes und insofeme von diesem selbst.

Diese Abweichung von der Sitte scheint zuerst den Spott und die Satire auf den König Rhampsinit herab besdiworen zu haben und hiemit sind wir bei unserm Thema angelangt.

Es finden sich nämlich in zwei Papyrus7, die dem Brittischen und dem Turiner Museum angehören, bildliche Darstellungen, die man nicht anders als satirische Gegenstücke zu einzelnen Bildern des Königspalastes in Medinet- Abu nennen kann. Man sieht da:

1) Den Löwen mit dem Esel (oder der Eselin?) beim Dambrettspiel sitzend—eine offenbare Anspielung auf die eben erwähnte Scene des Rhampsinit mit einer seiner Haremsfrauen. Der König Nobel in der Thierfobel ist hier [p.46] an einen historischen König angeknüpft und die Erzälinng über die Theilung der Beate, den Löwenantheil und den Untergang des Esels wegen seiner ungeschiokten oder unge legenen Gerechtigkeit liegt dieser Soene nicht gar zn ferne. Ein anderes Bild zeigt dasselbe Thierpaar mit einem Schakal und einem vor einem Korbe sitzenden Raben. Der ägyptische Schakal, von den Oriechen beständig mit [Greek] oder [Greek] verwechselt und wieder gegeben (vgl. die [Greek] Herodots II 122), wie auch die Uebersetzung des Bah'r el-Kelb (Hundeflusses) durch Lycus beweist, hatte den Namen sab (vgl. den Zab-Fluss, ebenfalls durch Lycus vergriecht, auf der linken Seite des Tigris.) Dieses Wort ist o£Fenbar identisch mit dem somit. זאב lupus. Wie aber unser deutscher "Wolf" sprachlich dem vulpes näher steht, als dem lupus und [Greek] ([Greek]) so ist andi der Schakal der eigentliche Vertreter des Fuchses in Aegypten. Die Wurzel sab (vgl. Horapollo's [Greek]) bedeutet aber zugleich lehren, unterweisen und dürfte dem indo-germanischen sapiens [Greek] unbedingt identifizirt werden. Indess unabhängig von dieser sprachlichen Erwägung, wird der ägyptische Schakal als der schlaue Facht, das antike Vorbild des spätem Reineke, durch verschiedene Zeugnisse erhärtet. Horapollo I 39 gibt dem [Greek] die Bedeatongen von [Greek], die sämmtlich durch die Denkmäler bestätigt sind. So aus gerüstet, verstehen wir das weitere Bild, wo

2) ein Schakal mit Ranzen, Stab und Palette versehen, worauf ein Schaf erscheint, offenbar den Schreiber bezeichnet. Horapollo I 38 gibt ähnliche Attribute ([Greek]) geradezu dem [Greek] und wenn wir noch im Zweifel über die Rolle des Fuchses als eines Schreibers wären, so liefert ein ferneres Bild, wo ein gestreifter Schakal sechs Gänse vor sich und eine jonge Gans [p.47] auf der Hand hat, den vollgultigsten Beweis. Denn die Facbsgans ([Greek]), wie man längst ans Horapollo I 58 und den Inschriften weiss, lautet se und bedeutet den Sohn, mit dem artionl. postpos. t versehen, die Tochter. Der ägyptische Fuchs erscheint also hier als Lehrer der Prinzen und wenn anch das betreffende Urbild in Medinet-Abu nicht mehr erhalten ist, so liefern andere Denkmäler das erforderliche Prototyp dazu in den Gruppen, wo ägyptische Kinder unter der Leitung eines Lehrers dem Schreibgeschäite obliegen8.

3) Das Quartett der vier Musikantinen von Medinet-Abu, die mit Harfe Leier, Nablium (nefer = נבל [Greek]) und Doppelflöte aufbreten, ist in dem satirischen Papyrus von Turin durch ein ditto-Quartett persiflirt, bestehend aus Esel, Löwe, Krokodil und Meerkatze, welche Thiere in der nämliohen Reihenfolge obengenannte rier Instrumente spielen.

4) Der Esel bringt den Löwen und Stier ab Gefangene an einem Stricke. Hier sind die Rollen gewissermassen vertauscht, indem der Esel als Vertreter des Königs erscheint. Worauf diese Identifikation beruht—ob auf der Lautung ao des Eselnamens, der zugleich der Grosse bedeutet (vgl. Phar-ao = [Greek]) und wirklich fährt Rhampsinit bisweilen den Beinamen "der Grosse"9—oder ob als Satire auf die Dambrettszene mit dem Esel—oder endlich ob als Anspielung auf den häufigen Gebrauch des ao "Esel" als eines Tadelund Schimpfwortes, dessen sich [p.48] z. B. Ramses II. Sesostris wogen des Hinterhaltes der Cheta seinen Heerführern gegenüber bedient, weil sie ihn nicht avisirt hatten—das mag vorderhand unentschieden bleiben. Ein anderes Bild zeigt Haase, Widder und noch ein Thier vor dem Esel gefesselt.

5) Eine Maus oder Ratte, auf einem Throne sitsend, wird von einem Affen und einer Katze bedient; ersterer hält einen Sonnenschirm, letztere einen Fliegenwedel über den thronenden Rattenkönig. Denn dass diese Gruppe eine Satire auf Rhampsinit sein sollte, ergibt sich unwiderleglich aus der entsprechenden Darstellung in Medinet-Abu. Sogar das Blumenbouquet, das dort der König in der Rechten haltend zur Nase fuhrt, wiederholt sich hier, von dem rechten Vorderbeine des Mäusleins gehalten.

6) Der Rattenkönig oder die Maus steht auf einem Streitwagen, den Bogen haltend und Pfeile auf die Feinde abschiessend, unter denen sich natürlich auch Katzen befinden. Eine andere Scene zeigt ihn wieder auf dem Streitwagen; seine Truppen, darunter auch Füchse, eisturmen eine Festung; einige Vögel ersteigen auf Leitern die Mauern und erobern das Nest eines Vierfussers (Pavian's?), dessen Junge vor Schrecken zittern. Offenbar ist dieses satinsche Bild auf Ramses III. gemünzt, dessen kriegerische Thaten zu Wasser und zu Land auf den Pylonen und am Palaste zu Medinet-Abu jetzt noch ziemlich getreu sich erhalten haben.

Fragt man, was den Zeichner veranlasst hat, hier den König als Maus darzustellen, so konnte man, weil der Name petmu (pin, phin kopt = mus) keine Veranlassung dazu bot, antworten, diess sei [Greek] gesdiehen, um den König, der sich gerne den Grossen nennen hörte, als recht klein erscheinen zu lassen. Vielleicht war aber auch eine alte Fabel Schuld, derzufolge die Maus dem Löwen einen grossen Gefallen erwiesen hatte. Ich sdiätze [p.49] mich glücklich, die Wirldichkeit dieser Fabel in einem demotischen Leydener Papyrus zum ersten Male nadumweisen und dadurch den Beweis zu liefern, dass die alten Aegypter nicht blosse Satiren, sondern wirkliche Fabeln kannten, zu denen jene obengenannten 6 Darstellungen als Illustrationen gelten mögen. Leider ist die hieratische Beischrift sowohl im Turiner als im Londoner Papyrus fast ganz zerstört; allein die erhaltenen Züge genfigen, um zu erkennen, dass ihre Abfassung nicht weit you der Anbringung der Originalbilder in Medinet-Abu der Zeit nach absteht, dass folglich das Alter der ägyptischen Thierfabel, weil Entlehnung aus einer fremden Litteratur durch die eigenthümliche Fassung ausgeschlossen wird, mit gutem Grunde bis zum Ende der XIX. Dynastie hinaufgerückt werden kann.

Der demotische Papyrus Leydeusis I 384, dessen ich eben erwähnt habe, ist ein sehr umfangreiches Aktenstück, da es nicht weniger als 22 enggeschriebene Zeilen zählt. Wenn der verdienstvolle Herausgeber der reichen Schätze des Niederländer Museums, Hr. Leemans, darüber bemerkt: "Mr. Brugsch de Berlin, qui lors de son sejour ä Leide a ezamine le MS., a coustate, qu'il contient plusieurs parties liturgiques du Rituel funeraire, et que le texte est du Copte pur, analogue ä oelui de la Pistis Sophia," so kann ich nur dem letzteren Theile, aus dem sich das Verhältnisse massig junge Datum des Papyrus ergiebt, beistimmen. Die liturgischen Stücke dagegen, die sich darin finden sollen, beschränken sich auf einzelne Gebete und Anrufungen z. B. an die Schlange Chopeschi (die Gewaltige XII 1-5), auf die Nennung einzelner Gottheiten z. B. des Ra, Schu etc. sind also nidit anders zu beurtheilen, als die religiösen Einsprengungen in dem durchaus trockenen Beiliner Papyrus medical, der doch sonst nur Recepte und Symptomatik enthält.

Die zwei hauptsaclichaten Agenten des Leydener Pa- [p.50] pyras I. 384 sind zwei Thiere: unsch-kufi eine Art Wolf (kopt. uonsch) und eine Katze aus Aethiopien (amui en Akuschi). Sie führen ein langes Zwiegespräch und schon dieser Umstand deutet auf den Bestand eigentlicher Fabeln, weil Thiere redend eingeführt sind; wie Phaedrus sagt:

Calumniari si quis autem voluerit,
Quod arbores loquantur, non solum ferae:
Fictis jocari nos meminerit fabulis.

Eine grosse Menge anderer Thiere, Fische, Vögel kommen in dem Texte vor, der schon dieser Reichhaltigkeit wegen eine spezielle Analyse verdienen würde. Ja auch Bäume, besonders beni die Palmen, spielen (auf pag. XIX.) eine ziemliche Rolle.

Von den Thieren, welche ausser den beiden Hauptagenten redend eingeführt sind, beanspruchen besonders Löwe und Maus unsere Aufmerksamkeit. Pag. XVII 16 begegnen sie sich und ersterer will erzürnt letztere mit einer seiner Tatzen (pat) zertreten. Der Panther (abai) und der Esel (ao) legen sich ins Mittel. Nach langen Verhandlungen, deren Einzelnheiten uns noch entgehen, hier auch zu weit vom Ziele abführen würden, spricht die Maus zum Löwen XVIII, 13: "O Pharao, der du vor mir bist, mein Oberer, o Löwe, frissest du mich, so wirst du nicht satt, es bleibt bestehen dir dein Hunger: Gewähre mir den Athem der Existenz, wie ich ihn dir gewährt habe in deiner Bedrängniss .... an deinem schlimmen Tagel Da ward erwägend der Löwe und es sprach zu ihm die Maus: Erinnere dich an die Jäger: einer hatte ein Garn zum Fesseln, ein anderer aber hatte einen Strick. Da war auch eine Cüsteme gegraben vor dem Löwen, er fiel hinein und der Löwe war Gefangener in der Grube; er war gehalten (wörtlich "gepfändet") an den Füssen .... Siehe da kam (lin. 28) die kleine Maus gegenüber dem Löwen und sie machte dich los. Damm lohne es mir: ich bin die kleine Maus ... [p.51] ich habe gerettet dir deinen Fuss in deiner Bedrängniss ... die Maus that öffnen ihren Mund nach den Fesseln (smih) des Löwen".

Offenbar zeigt dieser Text, so lückenhaft auch die Uebersetzung ausfallen musste, unverkennbare Verwandtschaft oder vielmehr Identität mit der bekannten Fabel bei Aesop und Phaedrus. Besonders ist hiebei der Nachdruck zu legen auf den Titel Pharao, welcher dem Löwen bbigelegt wird, zum Beweise, dass die Fassung der Fabel eine acht ägyptische, weil altüberlieferte ist. Im Zusammenhalte mit den Darstellungen in Medinet-Abu und den zwei satirischen Papyrus erhält der demotische Text eine erhöhte Wichtigkeit, die sich, steigern wird, je weiter vrir in der Entzifferang dieser schwierigsten aller ägyptischen Schriftarten fortschreiten werden.

Seite XIII 24-33 ist ein Dialog zwischen zwei. Vögeln: naut (die scharfsichtige) und unnt "der Stundenvoge." Es handelt sich um die Schärfe des Sehens "bis in den Abgrund" (lin. 19) von dem Gipfel eines Berges aus (lin. 25); das Thema wird auch auf Seite XIV fortgesponnen und lin. 4 gesagt: "ich bemächtige mich (mit dem Auge) des Ortes, wo der Sonnengott ist" Im Ganzen scheint die Moral dieser Fabel auf dasselbe hinauszulaufen, wie das Zwiegespräch des Adlers mit der Schildkröte.

Im Anschlüsse daran werden verschiedene Thiere aufgezahlt, die der Reihe nach von einander aufgezehrt werden. Man meint die "Stufenleiter" vor sich zu haben und das "Denn ich bin gross und du bist klein" zu hören. Das sind schwache, aber dessungeachtet sichere Spuren von ägyptischen Fabeln. Das Bisherige verhilft uns jetzt auch dazu, eme ansehnliche Reihe von Capiteln im Horapollo, die bisher aller Erklärung widerstanden, richtiger zu deuten und in der Kategorie der Fabeln unterzubringen.

[p.52]

Horapollo

Um von dem Besprochenen auszugehen, nehme ich zuerst I 50.

Horapollo sagt: "um [Greek] auszudrücken, zeichnen sie eine Maus." Diess ist ein Wortspiel des Verbums pena, durch die umgestürzte Barke determinirt (cf. פנה convertere) und des Namens der Maus: pennu (glis und mus). Da er hinzufügt: [Greek] so ist wahrscheinlich, dass die Fabel zu Grunde liegt, derzufolge die Ratten bei nahendem Sturme das Schiff verlassen. Unter Rhampsinit treffen wir zuerst die Darstellung einer Seeschlacht. Wenn der Zeichner des satirischen Papyrus, wo der König als Ratte oder Maus auftritt, auf die Moral dieser Fabel anspielen wollte, so wäre Ramses III. wie der spätere Xerxes charakterisirt, der bekanntlich bei drohender Gefahr Reissaus nahm.

Auch I 51 [Greek] = [Greek] wird in den Texten nicht bestätigt, da für den Begriff Unverschämtheit, Dreistigkeit ganz andere Deutbilder verwendet werden. Allein als Illustration zu einer Fabel mochte das Bild der Fliege immerhin oienen, wie in der Aesopischen Fabel musca-taurus, oder in ähnlichem Sinne, wie die Araber die lästige Mosquito mit dem Stichwort akul-oskut "Friss-schweig" benennen.

Endlich I 52 [Greek] = [Greek]. Es ist bisher in ägyptischen Texten überhaupt die Ameise nicht getroffen worden. Das hindert aber nicht anzunehmen, dass sie in grösseren Dimensionen zur Anwendung kommen mochte, um z. B. wegen ihrer Sorge fur den kommenden Winter als Muster der [Greek] zu gelten. Auch ohne den Rath des Joseph konnten die Aegypter, wenn auch nicht zur Anlage eigentlicher Magazine, so doch zu dieser Naturbetrachtung geführt werden.

[p.53]

Vom zweiten Buche Horapollo's gehören weitans die meisten Capitel hieher, wenigstens vom dreissigsten an. II 31 besagt: [Greek]. Die Antwort lautet: [Greek] und ab Begründung wird angegeben: [Greek] Die Taube erscheint wohl häufig in den Texten, aber immer nur für den Begriff der Grösse (ur10). Wir haben es also mit einer Fabel zu thun, deren moralische Tendenz leicht zu errathen ist, da die im Schmutze sich wälzende Schwalbe, um den Jungen ein Nest zu bilden, ein deutliches Analogon bietet zu dea Eltern, die hart arbeiten, um den Kindern ein Haus zu bauen und zu hinterlassen.

II 32: eine schwarze Taube bezeichnet eine Wittwe, die es bleibt bis zum Tode, weil dieser Vogel von seiner Verwittwung an keine andere Verbindung mehr eingehe. Wie in der Schrift eine schwarze Taube (Zeichen der Trauer) von einer andersfarbigen unterschieden worden sein soll, ist nicht recht abzusehen. Aber in einem Gemälde mochte dies geschehen, um eine Fabel zu illustriren, die vielleicht von dem Worte ua-t "die Vereinsamte, Verlassene" ihren Ausgang nahm. Denn diese Gruppe wird durch die Taobe determinirt. Daher wird auch erklärlich, wie HorapoIlo I 57 in scheinbarem Wiederspruche hiemit sagen konnte: [Greek]. Denn derselbe Vogel, der die Gruppe uat begleitet, erscheint auch als Deutbild hinter allen Gruppen, die etwas Gewaltthätiges und Undankbares, kurz, das Ungehörige ausdrücken. Freilich wird dieser Vogel von den Meisten für einen Sperling gehalten.

[p.54]

II 33. Der Ichneumon soll einen schwachen Menschen bezeichnen, der sich nicht aus eigner Kraft zu helfen vermöge, sondern nur durch fremde Hülfe, weil er beim Erblicken einer Schlange erst dann derselben entgegen zu treten wage, wenn er andere mit Geschrei herbeigerufen. Gewiss käme jeder Aegyptologe in Verlegenheit, sollte er in einem Texte das Bild des Ichneumon nachweisen. Allein nimmt man mit mir an, dass dieses Kapitel ebenfalls eine Fabel enthält, aus der auch die ganz ähnlich lautende Stelle bei Aristoteles bist, animm. IX, 6 geflossen, so verschwindet jenes Bedenken. Zu [Greek] setzt übrigens Aristoteles den erklärenden Ausdruck [Greek] und nach [Greek].

II 34 hat die etwas abweichende Ueberschrift [Greek]. Dieses Kraut [Greek] (—ος, auch ή, wilder bitterer Wohlgemuth) soll den Abzug der Ameisen bewirken, wenn man es an ihren Ausgang hinlege. Unsere Kenntniss der vielen in den Texten vorkommenden Pflanzen ist zwar noch sehr mangelhaft (trotz des Apulejusi); allein es lässt sich mit Sicherheit behaupten, dass keine, mit oder ohne Phonetik, an und für sich keiktpiq [Greek] bedeuten konnte. Anders aber gestaltet sich die Sache, wenn wir an eine moralisirende Fabel denken, wo einer sich durch sauern Blick der unwillkommnen Gäste entledigt. Sagten doch auch die Griechen: [Greek] bitter drein sehen, sauer schauen, wie einer, der Origanum gegessen hat.''

II 35. Scorpion und Krokodil = zwei feindliche Männer, weil diese Thiere einander tödten und zwar mit dem feinen Unterschiede, dass das Krokodil den Schnelltödter, der Scorpion den langsam tödtenden darstelle. Wir haben es hier mit einer astronomischen Fabel zu thun. Denn auf dem alten Zodiacus des Setbosis versinnbildlichen beide Licht und Dunkel, Tag und Nacht in ihrem gegenseitigen [p.55] Ueberwiegen oder Usterlieges. Daher heisst es auch im Todtenbuche cap. 32,7: Zurück, da Krokodil des Nordens; es ist Selq (Scorpion und die scorpionköpfige Göttin) in meinem Leibe!"

II 36 u. 37. Wiesel und Schwein. Jenes bezeichnet [Greek]—dieses [Greek]. In diesen beiden Capiteln haben wir wahrscheinlich sprichwörtliche Schimpfnamen zu erblicken, die aber bekanntlich aas Fabeln entspringen, oder in solche leicht umgesetzt werden. kvS dem Sarkophage des Sethosis wird ein von den Bacbeengeln ([Greek]) fortgetriebener Sünder unter dem Bilde eines borstigen Schweines dargestellt.

II 38. Unmässiger Zorn, der dem Zornigen ein Fieber zuzieht = ein Löwe, der seine Jungen entknöchelt, weil ersterer an sich zornig sei und das Gebein der Jungen, zerstossen, Feuer gehe. Es hält schwer, sich diese Gruppe orzustellen; aber sie enthält entweder eine Fabel, oder ein Räthsel, nach Analogie des von Simson den Philistern aufgegebenen.

II 39. Ein Schwan ein musikalischer Greis, weil dieser Vogel erst alternd sein süssestes lied singe. Dieser sprüdiwörtlich gewordene Schwanengesang, gegen den die Naturgeschichte allerhand einzuwenden hat, mag aus dem charakteristischen Vogel der dritten und letzten ägyptischen Jahreszeit entstanden sein, der auf dem rectangelären Zodiacus von Denderah sicher ein Schwan ist, wie ich in meinen "Zodiaques" nachgewiesen habe—also eine astronomisch-kalendarische Fabel.

II 40. Ein Krähenpaar bezeichnet [Greek]. Aehnliches bietet Aelian. de nat animm. III, 9, nur dass er dass Haupt- [p.56] gewicht auf die Scheu und Schamhaftigkeit legt. Auch hat Horapollo I 8 das Krahenpaar auf [Greek] und [Greek] d. h. auf Mann und Frau gedeutet mit dem Beifugen dass, wenn man einer Krähe begegne, man sicher auf Wittwen stand schliessen könne; daher pflege auch der Grieche bei Hochseiten zu rufen: [Greek]11. In den Texten erscheinen die beiden Krähen als Bild der Eintracht, Unzertrennlichkeit, Doppelseite des nämlichen Wesens und ihr Name c'er-ti (Dual) deutet vielleidit auf den Sinn "Er ganzungen" les deux complements, wie ja auch Aristophanes die geschlechtliche Liebe aus ehemaliger Zusammengehörigkeit in einem Ei entstdien lasst.

II 41. Ein blinder Käfer = ein Mann der sich durch die Sonnenstrahlen ein Fieber zugezogen hat und daran gestorben ist, weil solches dem Käfer passire.—Wie soll man sich in der Schrift einen blinden Käfer vorstellen! Es handelt sich augenscheinlich um eine verblumte Erzählung; denn nach Horapollo I 10 bedeutet ja der [Greek] unter anderem auch [Greek] und das Erblinden durch die Sonnenstrahlen mochte dem Tode gleich gesetzt werden, weil nach dem Todtenbuche des Menschen höchster Wunsch ist, mit dem Sonnengotte auf derselben Barke zu fahren.

II 42. Der Maulesel bezeichnet [Greek]; denn er ist [Greek]. In den Texten erscheint der Maulesel fiberhaupt nicht; aber als Spottname auf Unfruchtbare, denen nach orientalischen Begriffen eine Makel anklebte, mag er sprichwörtlich geworden sein, vielleicht auch in Anspielung auf die weiblichen Regierungen, die nach Manetho regelmässig die betreffende Dynastie abschiliessen.

[p.57]

II 43. Die Bemerkung, dass ein [Greek] die Geburt eines [Greek], ein [Greek] die eines [Greek] vorbedeute, stammt, wenn sie schon bei Aristoteles (de gener. animm. III, 1) und bei Plinius (hist. nat. VIII, 45) sieb genan so wiederfindet, doch aus altägyptischer Quelle. Denn der medidniscbe Papyrus von Berlin enthäk anf seinem Verso II ähnliche Prognostika, die ich mit den Worten des Hrn. Chabas bersetzen will, da ich sie vollkommen in Uebereinstimmang mit dem hieratischen Texte finde: "Si la couleur de l'un de ses yeux (de la femme) est comme celle de la pean d'un Amon (Asiatiqüe, c'est-a-dire jaunatre) et celle de l'antre comme d'un Negre, elle n'enfantera pas. Si on les trouve avoir la meme coalenr, eile enfantera"—"Ble et orge que la femme trempe dans son urine toute la journee .... dans deux sacs; s'ils germent et ponssent lä-dedans, elle enfantera. Si c'est le ble qui germe, ce sera un enfant male; si c'est l'orge, ce cera une femelle; s'ils ne germent pas du tout, elle n'enfantera pas." Dieser Papyrus stammt aus saec. XIV. vor unserer Aera.

II 44 und 47. Ein todtes Pferd = die Wespen, weil sie daraus entstehen sollen, wie es auch bei Nicander Theriac. v. 741 heisst (cf. Aelian. de nat. animm. I, 28):

[Greek]

Es ist nichts anderes als die Metonymie des consequens pro antecedenti, vermuthlich als Illustration su der betreffenden Erzählung, wie II 47 Schnacken durch [Greek].

II 45. Eine Stute, welche einen Wolf tritt, bezeichnet [Greek], weil die Stute, wenn sie auch nur eine Fusstapfe des Wolfes betrete, eine Fehlgeburt mach. Aehnlich Aelian I, 86 und Plinius VIII 20 "et rumpi equos, qui vestigia luporum sub equite sequantur." Erklarung wie bei 11.44.

II 46. Ein Mensch, der sich in Folge eines Orakel- [p.58] Spruches heilt, wird durch eine Holztaube dargestellt, welche ein Lorbeerblatt hält, weil diese in Krankheitsfällen ein solches in ihr Nest lege und davon genese. Von hier an treffen wir bei Horapollo fast regelmässig die Beziehung der Erzählungen auf den [Greek], zum Beweise, dass Fabeln zu Nutz und Frommen der Menschen gemeint sind. Die Kenntniss der Pflanzen darf den Aegyptern in hohem Grade zugetraut werden, nicht minder der damit verbundene Charlatanismus und Aberglaube, nachdem wir im Pap. medical von Berlin manche dahin zielende Notiz jetzt schon begreifen.

II 48. Ein Mann, der selber keine Galle (Zorn) hat, sondern sie durch einen andern empfängt, wird durch eine Taube versinnbildlicht, welche ihr Hintertheil emporhält—weil hier der Sitz ihrer Galle sei. Das einfaltige und fromme Wesen der Tauben ist in allen Litteraturen zu treffen, freilich im Widerspruche mit der täglichen Wahrnehmung, dass in gewissen Situationen die Tauben (wenigstens der Täubert) grossen Zorn entwickeln; ob in Folge der Reizung, oder nur des Geschlechtsreizes, bleibe dahingestellt.

II 49. Soll ein Mensch bezeichnet werden, der eine Stadt in Sicherheit bewohnt, so schreibt (zeichnet) man einen Adler, der einen Stein schleppt—weil dieser das Nest festige. Bei Plinius X, 3 heisst dieser Stein aetites, quem aliqui dixere gagatem, ad multa remedia utilis, nihil igne deperdens. Der Schluss dieser Notiz beweist, dass wir es mit der Fabel von dem Horste zu thuu haben, wohin der Adler "tuta quippe ipso loco" die Jungen der vulpecula trägt. Aber diese zündet in ihrer Schlauheit mit dem von einem Altare genomm.enen Brande den Baum an, auf welchem der Adler horstet.

II 50. Ein Schwacher, den ein Stärkerer yerfolgt = Trappe und Hund, weil jene vor diesem davon fliege. Die [p.59] Conjectur Leemans' [Greek] zu lesen, wird darch Aelian II 28 [Greek]—und [Greek] empfohlen.

II 51. Ein Mensch, der zu seinem Patrone flieht, ohne Hülfe za erlangen, Spatz nnd Eule; denn jener, gejagt, laufe zu dieser und werde bei ihr überwältigt. Dass wir das Wort [Greek] des Textes nicht mit "Strauss" übersetzen, geschicht sowohl wegen des augenscheinlich dann entstehenden Missverhältnisses, als weil bisher der Strauss auf ägyptischen Denkmälern so wenig getroffen wird als das Kameel (Vgl. II 100).

II 52. Ein Schwacher, der blindlings handelt = eine Fledermaus, weil diese ohne eigentliche Flügel fliege. Man vergleiche, was in dem Pap. Anastasi gesagt ist über den watschelnden Schlemmer (Offizier), von dem es heisst: "Sieht man ihn des Abends in der Dunkelheit, so spricht man: ein Enterich ist besser als er."

II 53. Eine säugende und gut nährende Frau wird ebenfalls durch eine Fledermaus vorgestellt, weil sie von den Vögeln allein Zähne und Zitzen habe. Aehulich sagt Artemidorus (Oneirocr. III, 66): [Greek].

II 54. Wer sich durch Tanz und Flötenspiel berücken lässt, den versinnbildlicht eine Turteltaube, weil sie so gegefangen werde. Dass mit [Greek] wirklich turtur, nicht der Fisch pastinaca gemeint ist, dem gewöhnlich [Greek] beigefügt wird, beweist die Parallelstelle aus Aelian I 39. Man vergleiche, weil es sich offenbar um eine Fabel handelt, mit dieser Jägerlist Aelian XV, 28, wo von den scopes (Glotzeulen) dasselbe berichtet wird, und Math. II. 17. Vgl. II 91.

II 55. Ein [Greek] (Leemans vermuthet [p.60] [Greek]) [Greek] = Grille, weil diese nicht dnrdi den Mund, sondern durch die [Greek] (spina dorsi) sich verlautbarend, ein schönes Lied singe. Schon bei Homer (Il. III 150-153) werden die greisen (also redseligen) Redner mit den [Greek] verglichen nnd von da an erscheinen die Cicaden wegen ihres schönen Gesanges bei allen folgenden Dichtern, auch in der Kunst. Ob die Grille anch bei den Aegyptem als Symbol der Wohlredenheit und des Liedes gegolten habe, kann wegen mangelnder Auskunft der Denkmäler noch nicht entschieden werden. Sollte mit [Greek] die Heuschrecke Verstanden sein, so würde ihr kopt Name sch(e)dje gerade so auf schedje verbum sermo hinweisen, wie locusta auf loquor, um die Geschwätzigkeit auszudrücken. Sonst heisst die Heuschrecke als Landplage sanohem (hebr. saleam) "das raubende Insekt."

II 56. Ein einsamer König, der beim Unglücke sich nicht erbarmt = Adler; denn dieser horste in Einöden und fliege höher als alle Vögel. Nicht der Adler, sondern der Sperber ist das beständige Namenssymbol des Horus (Har) und dann aller Götter, als der Snperi. Da nun die Könige im Eingange ihrer Legenden gewöhnlich Horus genannt werden, so ist es wafarsdieinlich, dass hier eine VerwecfaeIvng mit [Greek] vorliegt; denn der Sperber, auf einem andern Symbole stehend, wird in der Rosettana durch [Greek] gegeben. Auf jeden Fall hat man hier den Anfang jener Symbolik, die in der Heraldik vorwaltet. Vom Vogel Sperber-Bennu ([Greek]) heisst es im Todtenbuche 77,3: "Der schöne Goldsperber mit dem Kopfe eines Bennu, dessen Stimme zu hören die Sonne heraufkömmt".

II 57. Eine langdauemde [Greek] = Phönix. Nachdem sein Flug nach Heliopolis, ganz in Uebereinstimmung mit den Denkmälern, die den Bennu beständig mit Anu (On) zusammenbringen, gemeldet ist, heisst es am Schlüsse: [Greek] [p.61] [Greek]. Dass der Phoenix die Einkleidung einer Periode ist, und dass wir folglich hier eine astronomische Fabel vor ans haben, wird schon nahe gelegt durch die Stelle des Obelisken, die Hermpion übersetzt [Greek]12 wenn man bedenkt, dass Tacitus (Anal. VI 28) die erste Erscheinung des Phoenix gerade unter Sesostris setat, von dem jener Obelisk herrührt loh werde in einem so Gott will demnächst erscheinenden Werke13 den Nadiweis liefern, dass eine ägyptische Urkunde wirklich in das 52. Jahr dieses berühmtesten aller Pharaonen den Anfang einer eigenthümlichen Jahresform setzt—eine für die Chronologie äusserst wichtige Angabe.

II 58. Der Vaterliebeade = Storch, weil dieser seine Eltern bis zum äussersten Alter pflege. Die Pietät der ciconiae, die desswegen auch im Hebräischen חמידוה piae heissen, wird überall gerühmt. Wenn Kircher aus der Scala magna für [Greek] das Kopt. nuri beibringt, so ist zu bemerken, dass hiemit nur der Geier (hierogl. nerau) gemeint ist. Für ciconia hat H. v. Heuglin14 aus einer koptisch-arabischen Handschrift das Wort Eldjsob gezogen, das mit dem eldjob ardea, upupa der übrigen Lexica identisch scheint. Hinter der arabischen Beischrift [Arabic] (el basum) vermuthet er [Arabic] (basan). Da nun im Koptischen erdj oder eldj (cf. eldjoth anas) avicula und gallina [p.62] bedeutet, so liegt es oahe, in dem zweiten Bestandtheile von eldjob das Wort ob salus, sanctus zu erblicken, so dass der Storch, von dem es übrigens mehrere Arten in Aegypten gab, von seiner sanctimouia (uop) benannt wäre.

II 59. Eine Frau, die ihren Mann hasst und ihm bis zum Tode nachstellt, aber wegen der [Greek] schmeichelt = Viper, weil diese bei der Begattung [Greek] aber nach derselben dem Männchen den Kopf abbeisse. Man vergleiche Herodot III 109 und Nicander Theriac V. 130:

[Greek]15

II 60. Kinder, die den Müttern nachstellen = Natter ([Greek]) weil sie nicht auf dem gewöhnlichen Wege16, sondern nach Durchfressung des Mutterleibes zur Welt komme. Herodot III. 109 berichtet Aehnliches und Aelian XV 16 sagt: [Greek]. Die Häufigkeit vieler Schlangenarten in Aegypten macht es mehr als wahrscheinlich, dass Fabeln über sie bestanden; ich erinnere hier nur an die feuerspeiende nesert (nesel), welche die Verdammten peinigt.

II 61. Wenn die Aegypter einen Menschen darstellen wollen, der in Folge von Anklagen geschmäht und krank wurde, so zeichnen sie einen Basilisk; denn dieser tödte die Nahenden durch sein Anhauchen. Sonderbarerweise scheinen hier die Rollen vertauscht; allein dies erklärt sich aus der ägyptischen Sitte, sich als Typhon oder einen sonstigen Dämon zu geberden, um das Schädliche abzuhalten. [p.63] So spricht im Todtenbuche C. 7, 2 der Verstorbene zu der Riesenschlange Apophis, an der er voruber mass: "O da einzig schreckliche, die du fesselst and eroberst mit Gewalt, lebend von Trümmern (zerbrochenen Gliedern), ich verfalle dir nicht; nicht dringt ein dein Gift in meine Arme, nein! Wenn da bewirkst Schwäche, so bin doch ich nicht schwach gegen dich, nicht dringt ein dein Gift in meine Glieder: ich bin der Eingesichtige im Abgrunde, meine Gedanken sind die Gedanken der Götter all. Ich bin der Geheimnamige, Hehrsitzige über Millionen; ich bin ein Sprössling des Tum, mich sollst du kennen lernen!" Vgl. I, 1 wo von [Greek] gesagt wird; [Greek].

II 62. Ein durch Feuer (nicht?) gebrannter Mensch = Salamander, weil dieser [Greek]. Die Stelle ist corrupt, da Niemand unter den Alten dem Salamander zwei Köpfe zugeschrieben hat. Mit Uebergehung der vielen Emendirungsversuche erwähne ich nur folgende Stelle aus dem Leydener sogenannten gnostischen Papyrus pag. XII: [Greek] (sic!) ua hofilela chem as n aun en Karaina "der Salamander ist eine kleine Eidechse von der Farbe des Serpentins (cf. [Greek] gelbgrünes Geschirr aus Alexandrien bei Hesychius). Der Text fügt hinzu: au enke ta-s ratu "er hat keine Füsse" Der Salamander, den unsre Studenten immer noch reiben, hing ursprünglich gewiss mit dem Fuchsbrennen (Brander) zusammen, gleichsam als [Greek]. Ich vermuthe, dass Horapollo (Philippus) geschrieben hatte: [Greek].

II 63. Ein Blinder = Maulwurf, weil dieser weder Augen habe, noch sehe. Nach Artemidorus Oneirocr. III 65 bedeutet er ausser der Blindheit auch noch [Greek]. [p.64] Wie soll man sich solche Bilder vorstellen können? Es handelt sich offenbar am Fabeln oder Sprüchwörter.

II 64. Ein nicht aus dem Hause Gehender = Ameise und Fledermausflügel, weil, wenn man letztere an den Haufen (Nest) der Ameisen lege, keine derselben herausgehe. Mehrere Uebersetzer scheinen statt [Greek] in [Greek] und [Greek] die Präpos. [Greek] gelesen zu haben, mit entgogengeaetzter Bewegung, aber nicht wesentlich verschiener Bedeutung. Ich wiederhole, was ich oben gesagt, dass die Ameise füglich in Darstellungen nicht erwartet werden kann.

II 65. Ein Mensch, der durch eignen Muthwillen zu Schaden kömmt, = Biber, weil dieser, auf der Jagd verfolgt, seine Hoden wegwerfe. Die Worte [Greek] beziehe ich auf das vorangehende [Greek], nach neugriechischer Art für [Greek] gesagt, während Andere in praedam "als Beute'' übersetzen. Zur Sache selbst dürfte vielleicht Todtenbuch c. 17,26, wo Horus dem Set (Typhon) die Hoden entreisst, ihn also entmannt—was nach Platarch de Js. c. 55 in Koptos bildlich zu sehen war—einen Beitrag liefern, so wie die gewiss alte Sitte oder Unsitte der Eunuchen, die von einem Harem, wie des Rhampsinit, nicht weggedacht werden können. Scheint ja doch auch castratus auf castor (Biber) zurückzuführen!

II 66. Ein von einem gehassten Kinde beerbter Mensch = Affe, der einen andern kleinen Affen hinter sich hat—weil derselbe durch allzugrosse Liebe von den zwei Jangen gerade den Liebling erdrücke, während er den auf seinem Rücken befindlichen aufziehe. Affen sind auf ägyptischen Denkmälern nicht bloss im Symbol. Sinne, wie nach Horapollo I 14-16 der [Greek] sondern auch als zahme Hansthiere zum Amüsement der Vornehmen abgebildet.

II 67. Einer, der seine Fehler verbirgt = harnender Affe (Kater?), weil dieser beim Hitmen seinen Harn verberge. Da Aelian VI, 27 von den Katzen meldet, dass sie [p.65] alles übel riechende hassen und ihre Excremente mit Erde bedecken—da ferner Pierios statt [Greek] die Lesart [Greek] beibringt, so wird wohl hier an die Katzen za denken sein, von denen eine Art zu Heliopolis (Horapollo I 10—Todtenbuch 17, 45) den Sonnengott vorstellte. Aaf der Metternich-Stele spielt die Eatze ebenfalls die Hauptrolle.

II 68. Die Ziege bedeutet einen [Greek] weil sie durch die Nüstern und durch die Ohren athme. De Pauw vermuthet wegen des [Greek] und in Rücksicht auf Aelian I 53 [Greek] statt [Greek]. In der That könnte der ganze Ausdruck als Comparativ zu l[Greek] Muth schnauben, aufgefasst werden und erhielte dann seine Illustration entweder durch die aeg. Wurzel schafi (woher [Greek], nach Plutarch de Js. c. 37 [Greek]) welche von dem Ziegenbock determinirt wird, der übrigens für sich allein ba lautet und die Seele, spiritus, bedeutet.

II 69-72. Die Hyäne, weil sie bald männlich, bald weiblich werde, bezeichnet einen Unbeständigen, nicht Beharrenden, sondern bald stark bald schwach Erscheinenden. Auch Artemidor Oneirocr. II 12 hat [Greek]. Es scheint nicht ein Hermaphroditismus, sondern das wechselnde Benehmen der Hyäne bei Angriff und Flucht gemeint zu sein. Eine grosse Art (von 4 Ellen) solcher Hyänen, die sich nicht zähmen (cajoliren) Hessen, wurde nach Pap. Anastasi I von dem assyrischen Nimrod Kadjarti im Libanon gejagt.

Einer, der von Schwächeren besiegt wird = ein Paar Felle, das eine von einer. Hyäue, das andere von einem Panther, weil letzteres die Haare verliere, ersteres nicht. Die Wuth und der Muth des Panthers erhellt aus dem Romane der zwei Brüder Anepu uud Baita, deren Zorn mit dem des Panthers verglichen wird.

[p.66]

Der Sieger über die Feinde = Hyane, die sich redits wendet; der Besiegte = eine links gewendete, weil sie verfolgt, je das eine oder Andere sei. Auch bezeidmet das Hyänenfell einen, der die ihm zugefügten Unbilden furchtlos bis zum Tode durchmacht, weil ein damit Bekleideter angekränkt und furchtlos mitten durch die Feinde schreite.

II 73. Ein Mensch, der von seinen Feinden gefesselt17 worden, aber mit geringer Strafe davon gekommen ist = Wolf, weil dieser, im Begriffe, erjagt zu werden, seine Haare und das Ende des Schweifes verliere. Man vergleiche die Fabel vom Fuchse, der den Schwanz verloren.

II 74. Wer sich vor unbekannten Begegnissen fürditet, = Wolf und Stein, weil dieses Thier weder Eisen noch Stab, sondern nur den Stein fürchte, sich vor dem Steinwurfe entsetze; wo der Wolf von einem Steine getroffen worden sei, trage er in Folge der Verwundung Würmer davon. Vielleicht auf den schakalköpfigen Grabwächter zu beziehen.

II 75. Löwe und Fackeln bezeichnen einen zornigen von Feuer im Zaume gehaltenen Menschen, weil der Lowe nichts fürchte als angezündete Fackeln und von nichts ausser ihnen bezwungen werde. Bestätigt durch die Berichte der Reisenden.

II 76. Frisst der Löwe einen Affen, so bedeutet diess einen an Fieber leidenden, der sich selber heilt, weil der Löwe so sein Fieber curire. Cf. II 38.

II 77. Ein von früherer Ausschweifung später Zurückgekommener wird durch einen Stier bezeichnet, der mit Zweigen der wilden Feige gebunden ist; denn diesen zähme man so, wann er brünstig rase.

[p.67]

II 78. Ein am rechten Knie gefesselter Stier bedeutet einen Menschen, der ein unstetes Temperament hat; denn fessele man einen Stier so mit einem Stricke, so folge er willig; für seine Massigung spreche seine Enthaltsamkeit nach der Empfangniss [Greek]. Vgl. I 46. Diese Vorschrift wird jetzt noch beim Transporte der Sprungstiere befolgt.

II 79. Schafe und Ziegen, Durrwurz fressend, bezeichnen einen Menschen, der diese Thiere aufreibt; weil diese Pflanze ihnen den Tod durch Verdürstung zuziehe.

II 80, 81. Der Gefrassige und Träge = Krokodil, wenn es eine Ibisfeder auf dem Kopfe trägt, weil ihre Berührung es unbeweglich mache. Diess letztere ist das Namenssymbol des VI. oberägypt. Nomos, worüber es urkundlich18 heisst: "Das Krokodil, welches sich an diesem Platze (Tentyra) befindet, das ist Set (Typhon); die Feder auf seinem Kopfe, das ist Osiris''—also ein Sieg des guten Prinzips über das böse19, woraus auch begreiflich wird, warum die Tentyriten das Krokodil verabscheuten (Strabo 814). Das erste Buch schliesst Horapollo mit den Worten: [Greek] (ausser den phonetischen) [Greek].

II 82. Eine Frau, die nur einmal geboren hat = Löwin; denn sie empfiange nicht zweimal. Es genügt, an die analoge Fabel mit ihrem "unum, sed leonem" zu erumem.

II 83. Ein anfangs unförmlich geboren, später aber gestalteter Mensch = trächtige Bärin, weil diese die ver- [p.68] dichtete und feste Blutmasse erst später in ihren Hüften forme und durch Lecken vollende.

II 84-86, 88. Der Elephant mit Rüssel bezeichnet den Starken und das Zuträgliche Riechenden; mit dem Widder verbunden, einen König, der vor Thorheit und Unverstand flieht: mit einem Schweine, eiuen König, der vor einem Schwätzer ([Greek]) ausreisst. Vergräbt er seine eignen Zähne, so bedeutet er einen Menschen, der für sein Begräbniss selber sorgt.

II 87. Hunde und Natter ([Greek]) = einem, der zwar schnell ist in der Bewegung, aber sich unbesonnen und rathlos bewegt. Der Grund: [Greek].

II 89. Eine todte Krähe = einem, der ein volles Leben gehabt hat; denn diese lebe den Aegyptern zu Folge hundert Jahre; [Greek]. Die vierjährige Schaltperiode verdient Beachtung.

II 90. Der Leoparde, weil er heimlich auf die Thiere Jagd mache, indem er seinen Geruch zurückhalte, weil er dieselben verscheuchen würde20, bedeutet einen Mensche, der seine Bosheit in sich verschliesst, so dass er von seines Gleichen nicht erkannt wird.

II 91. Der durch Schmeichelei bethörte = Hirsch, den ein Flötenspieler berückt. Vergl. oben II 54. Nach Chaeremon bei Tzetzes ist [Greek] = [Greek].

II 92, 93. Der Wiedehopf, wenn er vor der Rebenzeit oft schreit, bedeutet ein gutes Weinjahr. Derselbe, mit der Pflanze Frauenhaar verbunden, womit er sich, an einer Traube erkrankt, heile, bedeutet einen Menschen, der sich von gleicher Krankheit so curirt.

[p.69]

II 94, 98. Ein wachsamer Kranich—denn diese Vögel löseten einander Nachts in der Wache [Greek] (secundum ordinem) ab— = einem, der sich vor feindlichen Nachstellungen hütet. Der fliegende Kranich (als Zugvogel) = ein Mensch, der die Witterung kennt.

II 95. Zwei Rebhühner bezeichnen die naidegaoria; [Greek]. Man möchte Jägerlatein dahinter vermuthen, wenn nicht alle alten Schriftsteller hierin übereinstimmten.

II 96. Ein Adler mit gekrümmtem Schnabel = ein Greis, der des Hungertodes stirbt; der Adler (a) bedeutet Greis.

II 97. Junge Krähen = bewegliche und aufgeregte Menschen die nicht einmal während des Speisens Ruhe halten.

II 99. Ein trächtiger Habicht—dieser zerbreche von drei Eiern zwei und brüte nur eines aus, weil er wegen Ausfallens seiner Krallen nicht alle ernähren könne—einem der Mangels halber seine eigenen Kinder von sich stösst.

II 100. Das Kameel ([Greek]) soll einen Menschen bedeuten, der in der Bewegung seiner Füsse zaudert. Die Denkmäler haben bis jetzt keine einzige Darstellung des Kameels geliefert. Allein der im Pap. Anastasi I dafür gebrauchte Ausdruck Kamaul wird durch das Koptische bestätigt. Vielleicht als Schimpfwort mit dem Thiere von Aussen importirt (Vgl. II 50).

II 101 102. Der Frosch, weil er Blut nur in den Augen habe = Unverschämter mit scharfem Gesichte. Hat er seine Hinterfüsse, die er anfangs nicht besitzt, so bezeichnet der Frosch einen Menschen, der sich lange Zeit nicht, später aber mit den Füssen fortbewegt. Chaeremon bei Tzetzes gibt [Greek] als die Bedeutung des [Greek]. [p.70] In den bildlichen Darstellungen steht die Kaulquappe für die Zahl 100,000 (von Jahren) mit der Lautung hefennu.

II 103. Der Aal, weil er mit keinem andern Fische zusammengetroffen werde = einem, der, ein Feind Aller, sich vereinsamt. Nach Herodot II 72 war [Greek].

II 104. Der Fisch [Greek] (torpedo, kopt. treperi) weil er die Mehrzahl der Fisdie (durch seinen elektrischen Schlag) in die Unmöglickeit versetze21 zu schwimmen, sie dann an sich ziehe und erbeute, = einer, der zur See Viele erbeutet (also einem Seeräuber?).

II 105, 106, 113. Der Polype, welcher Viel und unmässig fressend, die Nahrung in Höhlen lege, und nach Aufzehrung des Brauchbaren, das Unbrauchbare wegwerfe, = einem, der mit beiden gehörig aufgeräumt hat. Hat der der Polype eine Meerkrabbe bei sich, die ihm überlegen sei, so ist damit ein Mensch gemeint, der seines Gleichen beherrscht. Auch bedeutet der Polype für sich allein, weil er im Nothfalle sogar die eigenen Fangfiisse verzehre, einen Menschen, der schonungslos Fremdes und Eigenes verschlingt. Im Pap. Prisse kommt zweimal die Gruppe afa vor, determinirt durch ein polypenartiges Thier und mit der sicheren Bedeutung von Fresser oder Völler.

II 107, 108. Trächtige Schalthiere, weil sie kurze Zeit nach ihrer Geburt in der Muschel sich begatten—stellen ein Ehepaar vor, das sich von frühester Jugend an verbunden hat. Mit dem Krebse, weil dieser sich als [Greek] an den Leib des Schalthieres hefte, bedeutet es einen Vater oder Menschen, der nicht selber für sich sorgt, [p.71] sondern von den Verwandten gepflegt wird. Komme nämlich ein Fischlein in die Nähe, so werde das gähnende Schalthier von dem Krebse mit der Scheere gestochen und so auf den Fang aufmerksam gemacht, den es zusammen22 klappend verschlinge.

II 109. Der Scarus, der allein unter den Fischen wiederkäue und alle begegnenden Fischlein Terschlucket bezeichnet einen an Fresssucht leidenden Menschen.

II 110. Mit dem einem Wiesel gleichenden Haifische, der durch den Mund gebäre und schwimmend das Geborene verschlinge, bezeichnet man einen Menschen, der die eigene Nahrung erbricht und wieder unersättlich frisst.

II 111. Die Muraene, die aus dem Meere auftauchend, sich mit Vipern vergesellschafte und schnell wieder in's Meer zurücklaufe, = einem, der mit Fremden verkehrt.

II 112. Der Grätenfisch Trygon am Hamen zappebd und den Schwanzstachel verwerfend = einem wegen Mordes Gestraftren und Reue Fühlenden.

II 114. Der Tintenfisch, weil er sich durch ausgestrahlte Flüssigkeit unsichtbar mache und rette = einem, der nach anfanglichem Uebel auf Gutes stösst.

II 115. Der Thurmspatz ist wegen seiner unmässigen Geschlechtstriebes ein Sinnbild der Geilheit.

Die noch übrigen vier Symbole: Leier für den [Greek]—Syrinx für einen, der nach früherer Sinnverwirrung wieder zu sich gekommenen—Straussfeder für die Begriffe Gerechtigkeit und Gleichheit (auch Wahrheit)—menschliche Hand für den Baulustigen—erklären sich aus phonetischen Bildern und gehören desshalb nicht hieher.

[p.72]

Aesop.

Nachdem wir so die Litteratur der Fabel aus ägyptischem Schatze mit neuem Stoffe ausgestattet haben, ist es angemessen, einen Blick zu werfen auf die Vermittlung der älteren Erzählungen mit den jüngeren durch Aesop. Ich habe Eingangs bemerkt und in meinem vorigen Aufsatze mich auf einen Artikel des H. Zündel in der Revue archeol. berufen, wo unter der Aufschrift: "Esope etait-il Egyptien?" die Ansicht ausgesprochen ist, Aesop sei ein nubischer Sclave gewesen und werde demgemäss als von dunkler Hautfarbe überliefert, woran ich die Bemerkung knüpfte, [Greek] sei aus [Greek] entstanden. Vielleicht wirkte die eigenthümliche Quetschung des ägyptischen Namens für Aethiopia mit, um eine Art von vox hybrida hervorzubringen. Dieses Land heisst nämlich seit uralter Zeit in ägyptischen Texten Kusch (i); es ist das כוש der Bibel. Der Papyrus demot. Leydens I 384 gebraucht aber constant die Form Akusch mit einem vokalischen Vorschlage, wie er vor allen Zischund Quetschlauten später einzutreten pflegt: z. B. das hierogl. sau (ovis) wird esou, garhu (nox) wird eg'orh; so also auch Kusch zu dem koptischen Ek'ösch, welches dem griech. [Greek], obschon es auf andre Weise entstanden ist, zu nahe klingt, als dass nicht ein Aethiope auch [Greek] genannt worden sein sollte.

Meine Frage lautet also: Esope etait-il Ethiopien?23 Es ist eine allgemein bekannte Thatsache, dass die Schaven gewöhnlich nur nach ihrer Hericunft benannt wurden. Ich [p.73] erinnere an den Syras der römischen Komödie nm so lieber, als uns der nämliche Sclavenname in ägyptischem Gewände schon unter Sesostris häufig begegnet. Das Land Syrien erscheint in den Texten unter der Form Char, welches durch Sibilirung zu Schar und durch Vocalwechsel zu Schur wurde, wie Zar zu Zor und [Greek]. Häufig erhält dieser Sclavenname den bestimmten Artikel pa und lautet dann, mit der aus dem Semitischen bekannten Adjectivendung i versehen, Pa-Chari = [Greek].

Auf dieselbe Weise konnte, ja musste ein aethiopischer Sclave einfach mit [Greek] oder Ak'öschi, woraus [Greek] geformt wurde, benannt werden. Hiezu kommt noch eine Erwägung chronologischer Natur, welche uns diese Annahme empfehlen dürfte. Die 25. Dynastie Aegyptens bestand aus den drei Aethiopen Sabaka, Sabatoka und Taharqa: es sind die nämlichen, welche in der Bibel und bei Herodot als סוא, [Greek] und תיחקה auftreten. Es stellen nämlich die Endungen ka, qa den Articul. postpositivus dar, der Tür das weibhche Geschlecht ki, ke lautet. Daher der Name der aus dem neuen Testamente bekannten aethiopischen Königin [Greek] deren Kämmerling von Philippus getauft wird. Kandaki, in Hieroglyphen ebenso geschrieben, bedeutet "die jugendliche"; es scheint dieser Name seit der einäugigen Königin Kandaki unter Augustus, formlich Mode geworden zu sein, da eine gewisse Kleopatra24, die Gemahlin eines Cornelius (Soter), ihn als Beinamen fährt. Kurz, seit der 25. Dynastie entstand ein reger Verkehr zwischen Aethiopien und Aegypten, wodurch sogar das ägyptische Schriftsystem nach Napata übergetragen wurde, nicht umgekehrt, wie man so lange irrthümlich geglaubt hat. Sogar eine Art demotischer oder Cursivschrift, wovon [p.74] Lepsius in seinen "Denkmälern aus Aethiopien" reidiliche Proben mitgetheilt hat, bildete sich aus, und wenn diese, wie es allen Anschein hat (wegen der geringen Anzahl der stets wiederkehrenden Zeichen) alphabetischer Natar ist, so kann in Bälde ihre EntzifiFerung erhofft werden. Diese neue Fundgrube, verbunden mit den zahlreichen hieroglyphischen Legenden, welche übrigens eigenthümliche aethiopische Hieroglyphen aufweisen, wird uns das Material liefern, die Geschichte Aethiopiens in der älteren Zeit aufzuhellen.

Merkwürdigerweise nennt Tzetzes25 in dem kostbaren Bruchstücke, wo er einige Hieroglyphen nach Chaeremon und zwar ganz richtig und in üebereinstimmung mit den Denkmälen gibt, diese Schrift, deren Kenntniss er dem Homer zuschreibt, [Greek] wie man erwarten sollte. Diese Vertauschung beruht vermuthlieh auf der gemeldeten Thatsache, dass die Aethiopier sich die Priorität dieser Schrift zuschrieben, freilich mit Unrecht, da schon der Eunstdiarakter der aethiopischen Denkmäler ihre vollige Abhängigkeit von der ägyptischen Kunst unwiderleglich darthut.

Aesop lebte unter Amasis, wie seine Schioksalsgefahrtin Rhodopis, von der Herodot (II, 134, 135) so artige Märchen zu erzählen weiss. An der Spitze dieser (XXVI.) Dynastie, in welche Amasis aus Siuph (Sehotep) nur durch Verdrängung des Apries (Hophra, Uaphris, Uahprahet) und durch die Heirath einer Erbtochter gelangte, steht in der Liste des Eusebius auch noch ein [Greek] der sich unter den Satvai sonderbar ausnimmt. Zum Glück verhilft uns die in Aethiopien aufgefundene Stele des Königs Pianchi zu einer Erklärung dieser räthselhaften Erscheinung. Dieser Pianchi führt den Beinamen Amunmert [p.75] (Amon's Liebling) and wirklich stiftet er auf seinem Erobenmgszuge überall Opfer ftir den Amon von Napata and Theben. Sein Hauptgegner unter der ziemlich grossen Anzahl von Fürsten, die ihm entgegen treten, ist der Saite Tefnacht, der [Greek] und [Greek] bei Plutarch und Diodor, der [Greek] Manetho's in Dyn. XXVI 2. Sein Nachfolger [Greek] wird unter der Namensform [Greek] anf einer grossen Inschrift mit Petositis als Schriftsteller über Astrologie erwähnt. [Greek] gräbt den Kanal und macht Eutdeckungsfahrten. Amasis selber war, wie Herodot (II 172) ausdrücklich sagt, durch [Greek] ausgezeichnet. Die Art und Weise, wie er den Trog ([Greek]) aus Gold in ein Götterbild verwandeln Hess, das die Aegypter inbrünstig verehrten, um sie gelegentlich aufmerksam zu machen, dass er analog aus einem [Greek] zum [Greek] geworden und daher trotz seiner niedrigen Abstammung Gehorsam und Verehrung beanspruche, sieht ganz einem Bäthsel oder einer Fabel gleich, die Amasis den Aegyptem aufegeben.

Wenn nun Aesop unter diesem Könige lebte und vielleicht schon in Aegypten die griechische Sprache erlernte—denn seit Psametich I. bestand die Klasse der Hermeneuten und ans seiner Regierungszeit stammen die ältesten griechischen Inschriftcn bei Elephantine—so haben wir für ihn einen localen und chronologischen Horizont, die uns seine Thätigkeit als [Greek] und Vermittler der ägyptischen Fabel vollkommen begreiflich machen.

Das Fest des Rhampsinit.

Wenden wir uns nach diesen Erörterungen zu unserm Aasgaogspunkte zurück mit der Frage, ob die satirischen Bilder anf Rhampsinit auch sonst in der Litteratur der damaligen Epoche einen Hintergrund haben.

Da begegnet uns die grosse Gestalt von Ramses II. [p.76] Sesostris. Ich habe in meinem Aufsatze über den Papyrus Anastasi I: "Reise eines Aegypters (1500 vor Christas) durch Syrien, Phoenicien und Palästina26 zuerst darauf hingewiesen, dass Sesostris nur ein Spitzname ist, entstanden durch Umstellung und Verdrehung des Monumental-Namens Rames(t)-su in Sesustra und dass nur die Papyrus-Urkimden ihn zu Tage fordern konnten, weil er einen gewissen Spott enthält—elcher Art, werden wir später noch erfahren. Zeigte sich die satirische Ader der ägyptischen Schreiber sogar in der Veränderung ihrer Königsnamen—natürlich nur im vertrauten Briefwechsel sub rosa, oder in einem Tagebuch, wie Pap. Leydens. I 350—so begreifen wir auch, wie der Schreiber des Papyrus Anastasi I seine satirische Lange über die Schützlinge seines Helden ausgiessen konnte: "Lass mich dir das Conterfei des Schreibers Roi (Levi) entwerfen, der Fackel des öffentlichen Getreidespeichers: er hat nicht gearbeitet, nicht sich beeilt seit seiner Geburt; jede anstrengende Thätigkeit ist ihm ein Greuel, er kennt sie nicht; er ruht wie ein Todter im Grabe. Aber seine Glieder sind gesund; doch die Furcht des guten Gottes leitet ihn nicht. Kasa, der Aufseher der Heerden, der Wortschwall ... Amenuahsu der hundertjährige, er ist noch immer frisch und munter. Nacht der Weinsack, an dem du dich so manches Mal erlustigt hast? Ich will dir auch sprechen von dem Befehlshaber der Söldlinge in Ana (Heliopolis); klein, war er ein Kater, gross, wurde er zum Bocke; er befindet sich sehr wohl in seinem Hause; du hast ja bei ihm gewohnt! Hast du nicht den Namen des .... gehört, des Schlemmers, der auf dem Boden hinkriecht und sich nicht sättigen kann, zerrissen, die Kleider zerlumpt? Siehst du ihn des Abends in der Dunkelheit, so [p.77] sagst da: ein Enterich ist mehr werth als er: and doch ist er ein Offizier! ein Beamter der Wage! .... Bläst man ihn an, er der ein Offizier ist, so fällt er hin wie ein Blätterschwärm. Soll ich dir von Uah sprechen, dem Parkaufseher? Da hast ihm drei Mal das goldene Halsband verschafft!''

Selbst bei ganz ernsten Dingen, wie die Besorgaog der Mumien war, treffen wir satirische Züge der ägyptischen Künstler, unter andern einmal eine gravitätische Mumie27 die rücklings auf den Transporteur fällt. Auch das hölzerne Bild eines Osiris (Verstorbenen), von der Art der so häufigen Statuetten, welches nach Herodot (II 78) beim Mahle herumgezeigt wurde, hatte keine sonderlich düstere Bedeutung, sondern forderte auf [Greek]—wie ja auch der [Greek] (II 79) durch Plutarch's Angabe (De Js. etc. Os. c. 17) die heitere Wendung erfährt," dass er eigentlich besagte: "Wohl bekomme es unst."

Ueberhaupt lässt sich ein socialer Zustand von der hohen Cultur, wie er den Denkmälern zufolge in der Blüthezeit des ägyptischen Reiches zwischen Sesostris und Rhampsinit vorhanden war, ohne die Zugabe der Satire und Ifabel gar nicht denken.

Welcher Zeit entspricht denn nun aber die Regierung des Rhampsinit? Ich habe in meinem Programme: "Homer und Agypten's die Vermuthung geäussert, dass er mit dem [Greek] zu identifiziren sei, weil der Dichter mit diesem Namen offenbar den Reichen habe bezeichnen wollen. Proteus, den Herodot zu zwei Königen stempelt, weil er einerseits zur XIX. andererseits zur XX. Dyn. gehörte, war aber nach Homer nur ein Beherrscher von Seekälbern, [p.78] nicht König der Aegypter. Dass die späteren Ueberarbeiier der manethonischen Listen den Fall Jlion's und die ganz nnd gar sagenhaften Züge des Paris, der Helena des Menelans and Odysseus mit ihm und seiner Gattin [Greek] in Verbindung brachten, kann uns in dieser Annahme nicht stören: Der trojanische Krieg war eben für die Griechen die früheste geschichtliche Epoche, welche sie an eine ägyptische anzuknüpfen suchten. Welcher Art war nun diese?

Herodot II 122 sagt: "aus Anlass der Rückkehr des Rhampsinitos aus dem Hades (wo er mit der Demeter würfelte und ein goldenes [Greek] als Geschenk erhielt), feierten die Aegypter ein Fest, von dem ich weiss, dass sie es bis zu meiner Zeit begehen—Doch kann ich nicht angeben, ob aus irgend einem andern Grunde ([Greek]) oder ob desshalb. Die Priest, weben nämlich einen Mantel an dem Tage und verbinden einem aus ihrer Mitte mit einer Mitra die Augen; fuhren ihn, der den Mantel trägt, auf den Weg, der zu dem Heiligthume der Demeter (Isis) fuhrt und entfernen sich rückwärts. Jener aber soll von zwei Wölfen (Schakalen) in den Tempel der Demeter (Isis) geführt werden, der von der Stadt (welcher?) 20 Stadien (1 Stunde) entfernt ist und eben so wieder zurück an die vorige Stelle".

Wir haben hier ein chronologisches Fest mit einer bestimmten Epoche, und da mit Demeter nur die Isis gemeint sein kann28 so liegt es nahe, an die erste Tetraeteris der Sothis-Periode 1326-1322 v. Chr. zu denken. Die beiden Schakale sind Symbole der Monate Mechir und Phameuoth, also der Jahresmitte, wo die Einschaltung stattfand. Dass wir uns hiemit auf richtiger Fährte befinden, beweist die mit [p.79] dem Namen des Rhampsinit versehene Inschrift von Theben29, wo der Sothisaufgang auf den ersten Thoth des Wandeljahres gesetzt ist.

Auch noch andere Rechnungen fuhren zu derselben Epoche. Dikaearch sagt: von der ersten Olympiade (des Iphitos) bis zum [Greek] seien es 486 Jahre; diese zu 884 gezahlt, ergeben das Jahr 1320.

Der Laterculns des Eratosthenes hat einen König [Greek] der doch wohl mit dem [Greek] Diodor's identisch ist—bei beiden bildet er eine Epoche. Nun ist aber der Laterculus auf Grund der Manethonischen Liste entstanden, folglich auch mit dem Epochenkönige [Greek] (Soimfig) dieses nationalen Geschichtsschreibers zu identifiziren.

Dieser aber war auch Chronolog. Seine bisher nicht verstandene und daher verschlimmbesserte Summe des dritten [Greek] beträgt 1050 Jahre. Er lebte und schrieb unter Ptolemaeus Philadelphus, in dessen Regierung (275 v. Chr.) eine Epoche der Phoenixperiode trifft30. Rechnet man nua von diesen Schlusspunkte 1050 Jahre zurück, so erhält man wieder das Epochenjahr 1325 v. Chr. für den Schluss der XIX. Dynastie, deren letztes Glied eben Rhampsinit der Reiche ist. Er hatte mehrere Söhne, die zur Regierung gelangten (dazwischen Ramses V. als Usurpator) und die XX. Dynastie besteht durchschnittlich aus ditto Ramessiden bis zu Ramses XVL Folglich ist der Dynastie und Bandabschnitt mit [Greek] bei der XIX. Dyn. von Manetho absichtlich mit Beziehung auf die Epoche der Sothisperiode angesetzt worden.


FOOTNOTES

1 Sitzungsberichte 1868 L IIL pag. 368.

2 Vgl. ausser andern die photogr. Abblidungen von Hammerichmidt.

3 Siehe Dumichen: Histor. Insch. Taf. XXX-XXXIV.

4 Vgl. mein Programm: "Homer und Aegypten". pag. 8.

5 Journal Asiatique, 1866.

6 Vgl. Birch's: "le jea dn damier et le roi Rhamptinita" in der Revue Arch. 1866. Ein anderes Spiel: c'aiu die Diebe oder Ranber (robbers) hat dieser Forscher passend den lalmnoali der Römer ärztlichen. Es versteht sich von selbst, dass des [Greek] mit der [Greek] bei Herodot (II 122) nur eine sagenhafte Einkleidung des Dambrettspieles im Harem ist, verquickt mit einem chronologischen Feste, worüber am Ende mehr.

7 Lepsius: Auswahl der wichtigsten Urkunde, letste Tafel.

8 Vgl. meinen Anfsats: "Die alteste Universität der Welt" (Allg. Zeitung, Beilage vom 18 April 1868.)

9 Brugsch: Recueil Taf. LXIY, 8 in einer Legende, wo dieser Ramses III zweimal den Beisatz haq (Fürst) in seinem Namen entbehrt und einfach "Rameses Ant pe ur Ramses der Onite, der Grosse" genannt wird, woher Herodot's [Greek] begreiflich wird; der [Greek] ([Greek]) des Eratosthenes?—Vgl den Schluss.

10 Im Dinka morte auer = hirundo getreu erhalten.

11 Ich habe diesen troehüschen Veri aui dem umhalterm [Greek] des Ttetes hergestellt in meinem Manetho p. 148.

12 Vgl. meinen Aafsats: "Obelisken und Pyramiden" in den Sitzungsberichten 1866. November.

13 "Moses der Ebraeer nach zwei hieratischen Papymsarknnden''—einen Vortrag darüber habe ich bereits in der letzten Sitzung der Klasse, der auch Herr Prof. Urlichs von Würzborg beiwohnte, für die diesjährige Versammlang der Philologen and Orientalisten angekündigt.

14 Zeitschr. f. aeg. Spr. 1868, p. 56.

15 Die Lesart [Greek] schien mir unhaltbar; darum zog ich [Greek] mit Aphaerese des [Greek].

16 Alle CodiceB haben nach [Greek] ... [Greek] eine Lücke—vermuthlich hatte Horapollon dae [Greek] figurativ gegeben.

17 Die Leftart [Greek], wofur man [Greek] vermuthet, ersetze ich durch [Greek] oder [Greek].

18 Dümichen; Bauurkunde von Dendera, Taf. XIII, 16.

19 Diodor III, 4: 6 [Greek].

20 Vielleicht ist die Lesart za verbessern in: [Greek].

21 Die wegen der Wesenheit des Eampfrochen unhaltbaren Lesarten [Greek]—[Greek]—[Greek] habe ich in [Greek]—[Greek]—[Greek] verändert.

22 Griech. [Greek] Man vergleiche, wai ich über den menschenfresserichen [Greek] in dem Programme, "Homer und Aegypten" p. 20 gesagt habe.

23 Ich bemerke hier, dass ich unter Aethiopien alles Land südlich des ersten Kataraktes verstehe, wie Herodot (II, 29): [Greek].

24 Salvolini: Campagne de Rhamses-le-Grand Tab. I, 7.

25 Auch sohon Diodor III, i.

26 Sitzungberichte vom 2. Marz 1867.

27 Wilkinson: Manners and customs II, 386: "Even in this serions subject the Egyptian artists could not refrain from their love of caricature."

28 Herodot II, 69: [Greek].

29 Biot u. De Rouge: Memoires de l'Academie des Inscriptions 4. XXIII.

30 Tacitus: Annal. VI, 28.